Schami, Rafik: Erzähler der Nacht

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Titel: Erzähler der Nacht
Autor: Rafik Schami
Gattung: Roman
Erstveröffentlichung: 1990
Verlag: Gulliver von Beltz & Gelberg
Taschenbuch: 288 Seiten
ISBN: 978-3407789877

 

 

 

 

Klappentext

„Seltsam, Kutscher Salim, der beste Geschichtenerzähler von Damaskus, verstummt plötzlich. Nur sieben besondere Gaben können ihn erlösen. Seine Freunde finden allmählich heraus, welche Gaben gemeint sein könnten – die schönsten, die es gibt: Geschichten!“


Inhalt

Die Hauptperson in diesem Roman ist der Kutscher Salim, der aus Damaskus stammt. Der Leser wird dadurch in eine exotische Welt entführt in der das Geschichtenerzählen noch eine große Rolle spielt. Man erfährt viel, über das dortige Leben und die Eigenheiten der Bewohner.

„Man erzählt, daß nur die Damaszener diese besondere Faulheit fertigbringen, nein zu sagen, ohne ihren Kopf zu bewegen.“

Dass auch Salim mit der besonderen Gabe des Erzählens gesegnet ist, hat dazu geführt, dass er sich als Kutscher großer Beliebtheit erfreute und die Fahrgäste sowie seine Freunde und Bekannte wunderbar unterhalten konnte.
Sein Leben nimmt allerdings eine Wendung, als eines Nachts eine Fee bei ihm erscheint. Sie sorgte sein bisheriges Leben über dafür, dass die unterschiedlichen Stränge seiner Geschichten nicht durcheinander kamen. Da sie nun alt und müde geworden ist, kann sie diese Aufgabe aber nicht mehr übernehmen. Theoretisch müsste Salim nun verstummen, doch sie hat ein gutes Wort beim Feen-König eingelegt und konnte folgendes Geschäft einfädeln:

„Du hast nach deiner Frage nur noch einundzwanzig Wörter. Danach wirst du stumm sein. Wenn du aber sieben einmalige Geschenke in drei Monaten bekommst, dann wird eine neue Fee mich ablösen und dir zur Seite stehen.“

Tatsächlich reichen die Worte gerade noch aus, um seine engsten Freunde von der neuen Situation zu unterrichten, ab dann kann er nur noch schweigen. Zu diesem Freundeskreis gehören der ehemalige Minister Faris, der Schlosser Ali, der Lehrer Mehdi, der Friseur Musa, der vor Jahrzehnten aus den USA eingewanderte Tuma, der Kaffeehausbesitzer Junis und Isam, ein früherer Häftling.
Nach anfänglichen Zweifeln, ob Salim das Ganze nicht nur vortäuscht, beginnen sie, ihm wundervolle Dinge zu schenken wie besonders gutes Essen oder eine Reise. Doch nichts davon hilft ihm, seine Stimme wieder zu bekommen.

Schließlich kommen sie auf die Idee, dass das schönste Geschenk sicherlich Geschichten sind und so treffen sie sich und jedes Mal erzählt ein anderer Freund die schönste Geschichte, die er kennt.

So handelt zum Beispiel eine Geschichte davon, wie sich die Sterne Sahar und Schafate getroffen haben.

„Zwei Sterne, die sich lieben. […] Wenn sie sich treffen, fallen tausendundeine Perle vom Himmel herunter. Alle Muscheln der Meere halten ihren Mund offen und bekommen dann ihre Perlen.“

Häufig schweifen die Erzählungen aus, und es werden immer wieder neue Geschichten begonnen. Am Ende schaffen sie es aber tatsächlich, dass der Kutscher seine Stimme zurückerlangt.

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Fazit

Wer orientalische Märchen im Stil von Tausendundeiner Nacht  mag, wird an diesem Buch viel Freude haben. Die Geschichten sind sprachlich fantasievoll erzählt, oft überraschend und damit auch kurzweilig.

Zudem habe ich mich beim Lesen gefühlt, als würde ich gerade Urlaub machen, so gut wird das Leben in Damaskus, die Gepflogenheiten der Bewohner und die Gerüche beschrieben.

Häufig schweifen die Protagonisten beim Erzählen ab in eine Nebenhandlung, die entweder weiter ausgeführt wird und in eine neue Geschichte führt oder aber es wird abgebrochen mit den Worten:

„Aber das ist eine andere Geschichte.“

Und der Leser bleibt neugierig zurück… Was aber nur zeigt, wie viele Geschichten es gibt und wie viel es noch zu erzählen und zu lesen gibt …

Insgesamt ein für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeigneter Roman, der einem gut die Zeit vertreibt.

Bewertung

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„Ein Buch zum Lesen und Vorlesen. Kinder und Erwachsene werden dem Zauber dieses Hakawati, dieses orientalischen Geschichtenerzählers erliegen.“ Süddeutsche Zeitung

 

 

 

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