Fitzek, Sebastian: Amokspiel

https://images-eu.ssl-images-amazon.com/images/I/41ccmJdDzyL.jpg

Produktinformationen
Titel: Amok Spiel
Autor: Sebastian Fitzek
Gattung: Psychothriller
Erschienen: 2007
Verlag:  Knaur
Taschenbuch: 448 Seiten
ISBN: 978-3426637180

 

Klappentext

„Heute ist ein guter Tag zum Sterben. Dieser Tag soll ihr letzter sein. Die Kriminalpsychologin Ira Samin hat ihren Selbstmord sorgfältig vorbereitet – zu schwer lastet der Tod ihrer Tochter auf ihrem Gewissen. Doch dann wird sie in einen Radiosender gerufen, zu einem brutalen Geiseldrama: Ein Psychopath spielt ein makabres Spiel, bei dem er das Leben der Geiseln in die Hände wahllos angerufener Zuhörer legt. Und er verlangt, dass seine Verlobte zu ihm ins Studio kommt – doch die ist seit Monaten tot. Ira beginnt mit einer aussichtslosen Verhandlung, bei der ihr Millionen Menschen zuhören … “

Inhalt

Vor Monaten hat sich Sara, die Tochter von Ira Samin, umgebracht. Ihre zweite Tochter Katharina gibt ihr die Schuld dafür und meidet sie seitdem. Die Kriminalpsychologin kommt mit dieser Situation und den Selbstvorwürfen nicht zurecht, wurde alkoholabhängig und hat beschlossen, sich das Leben zu nehmen.

Gerade an diesem Tag wird allerdings ihre Hilfe bei einem Fall benötigt: Der Psychopath Jan Mays konnte als Gewinner einer Studioführung in einen Radiosender eindringen und die anderen Gewinner, sowie  zwei Mitarbeiter des Senders als Geiseln nehmen. Dann geht er auf Sendung und beginnt eine abgeänderte Version des Spiels „Cash-Call“: Jede Stunde ruft er eine zufällig ausgesuchte Telefonnummer an. Meldet sich die Person mit der von ihm festgelegten Grußformel, so lässt er eine der Geiseln frei. Wenn nicht, tötet er eine Geisel.
Er hat vor dieses Spiel zu beenden und alle frei zu lassen, wenn seine Forderung erfüllt ist: Er möchte, dass die Polizei seine Verlobte Leonie zu ihm bringt. Das Problem dabei: Leonie ist bereits vor Monaten bei einem Autounfall gestorben.

Er ist jedoch fest davon überzeugt, dass sie noch lebt. Sein Verdacht begründet sich darauf, dass er sein letzes Telefonat mit ihr geführt hat, als nach offiziellen Angaben der Autounfall bereits geschehen war. Bei dem Versuch mehr über ihr Verschwinden herauszufinden, ist er an seine Grenzen gestoßen und hat dabei seinen Job und alle Perspektiven verloren, so dass er nun dazu gezwungen ist, zu diesem drastischen Mittel zu greifen.

img_0666

Er besteht auf Ira Samin als Verhandlungspartnerin; aus Gründen, die erst sehr spät klar werden.
Im Gespräch mit Jan wird Ira dazu gezwungen,von ihren Töchtern und vor allem über den Selbstmord von Sara zu sprechen. Sehr detailliert muss sie ihre schlimmsten Stunden vor Millionen von Zuschauern nacherzählen. Gleichzeitig zu dieser enormen psychischen Belastung leidet sie unter dem Alkoholentzug der letzten Stunden. Zu allem Überfluss erfährt sie auch noch über einen Kollegen, dass ihre zweite Tochter Katharinain in dem Sender arbeitet und zu Beginn des Amoklaufs in der Senderküche versteckt hat. Damit ist sie  Jan ausgeliefert, sollte er sie entdecken. So versucht sie verzweifelt Zeit zu schinden, Jan dazu zu bringen, die „Cash-Call“-Runden auszusetzen und sich nicht nochmal für den Tod einer Tochter verantworten zu müssen.

Dabei macht ihr Chef, der Polizeidirektor Steuer, ihr das Leben schwer, da er nie wollte, dass sie überhaupt an dem Einsatz beteiligt wird und ihre Arbeit hinterfragt. Sie wird auch das Gefühl nicht los, dass die Ermittlungen, was das Verschwinden von Leonie angeht, intern behindert werden.

Zum Glück stehen ihr der SEK-Gruppenleiter Götz, mit dem sie vor langer Zeit eine Affäre hatte und der immer noch auf sie steht, und Sendechef Diesel zur Seite. Irgendewann passiert das unvermeidliche: Jan tötet eine Geisel. Später erfährt man jedoch, dass er die Geiseln, die eigentlich als Schauspieler arbeiten, privat  kennt und vermutlich alles nur inszeniert wurde.

„Auf der anderen Seite war Jan ein psychologisch geschulter Schauspieler. Er hatte sie alle heute schon mehrfach hinters Licht geführt.“

Jan ist sehr schwer einzuschätzen. An manchen Stellen will er einfach nur seine Verlobte zurück und erfahren, was passiert ist. Er behauptet auch, dass er nur mit Platzpatronen und Beteubungsmitteln geschossen und somit auch niemanden getötet hat.

„Jan machte auf sie eher den Eindruck eines Opfers als den des psychopatischen Massenmörders.“

Allerdings sind die erschossenen Personen wirklich tot…

„Ich werde heute noch mindestens einmal töten. Oder habt ihr wirklich geglaubt, ich mache das alles hier, weil ich Leoni so lieb habe.“

Tatsächlich steckt viel mehr hinter dem Verschwinden von Leonie, als man zunächst ahnen kann. Sie sollte gegen ihren Vater, den Mafiaboss Marius Schuwalow aussagen und musste ihren Tod vortäuschen und in ein Zeugenschutzprogramm eintreten. Der Mafia ist deshalb sehr daran gelegen, dass Jan herausfindet, wo sich Leonie befindet. Anscheinend gibt es sogar einen Maulwurf bei der Polizei…

Je mehr man über die Hintergründe erfährt, desto weniger weiß man, wem man überhaupt noch trauen kann. Bis irgendwann Leonie zurück kommt und die Mafia aktiv wird.

 

Fazit

Bei diesem Fitzek bin ich mir sehr unsicher, was die Wertung angeht.

Er hat wieder verschiedene Perspektiven gewählt und durch das bröckchenweise Zuwerfen von Informationen Spannung sowie Figurentiefe erzeugt. Da allerdings ziemlich viele Personen involviert sind und die Handlung  verwirrend und vielschichtig ist, hat mich das manchmal mehr genervt als unterhalten. Natürlich war die Handlung trotzdem unterhaltsam und hatte Fitzek-typische überraschende Wendungen und Aufklärungen. Auch ergaben die vielen Informationsschnipsel nach und nach ein gesamtes, relativ stimmiges Ganzes.

Insgesamt wurden aber gefühlt zu viele Themen eingebaut: Mafia, Zeugenschutzprogramm, Amoklauf, Selbstmord einer Tochter und psychische Probleme der Mutter, … Etwas weniger wäre mehr gewesen. Auch das Ende war viel zu kitschig und erzwungen. Das war dann etwas zu viel des Ganzen.

Bewertung

bildbildbildbild

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s