Fleck, C. Dirk: Das Tahiti-Projekt

https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51HgoWkNGqL._SX312_BO1,204,203,200_.jpgProduktinformationen
Titel: Das Tahiti-Projekt
Autor: Dirk C. Fleck
Gattung: Ökothriller (passt besser als ‚Roman‘ und wird in anderen ausgaben auch so bezeichnet ;))
Erschienen: Februar 2008
Verlag: Pendo
Taschenbuch: 344 Seiten
ISBN:978-3866121553

 

 

Klappentext

„Ist die Welt noch zu Retten?
Deutschland im Jahr 2022. Das Land steht kurz vor einem Bürgerkrieg, der Rest der Welt droht in einem Chaos aus natur- und menschengemachten Katastrophen unterzugehen, während auf Tahiti ein neues Paradies heranwächst. Aber wir es Omai, der junge Präsident schaffen, sich auf Dauer gegen die Wirtschaftsinteressen der Global Player durchzusetzen und sein Land zu beschützen? Und welche Rolle spielen dabei Cording, der idealistische, abe rausgebrannte Hamburger Spitzenjournalist, und sein junger Freund Steve? „


Inhalt

Der Roman spielt 2022 und beschreibt, wie sich die Welt bis dahin entwickelt hat: Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Schere zwischen Arm und Reich ist noch weiter auseinander gegangen und die eigentlichen Machthaber sind nicht mehr die Politiker, sondern die globalen Konzerne, weltweite Naturkatastrophen haben zugenommen und auch überwunden geglaubte Krankheiten sind aufgrund der schlechten Zustände wieder zurück gekommen.

„Im Kampf um die letzten Ressourcen wurde das staatliche Gewalttabu gerade pulverisiert, die westlichen Demokratien waren zu inhaltsleeren Gebilden verkommen, hinter denen autoritäre Strukturen ans Licht kamen, wie sie nur in Diktaturen möglich schienen. Milliarden Menschen fristeten in dieser hoch technisierten, vernetzen Welt unter dem Diktat multinatinaler Konzerne ein elendes Sklavendasein.“

Die Hauptfigur der Handlung ist der Journalist Maximilian Cording. Von der Berichterstattung über die Übel der Welt ist er bereits zu Beginn der Handlung ausgebrannt. Vollständig desillusioniert wird er jedoch, als er erfährt: die Berichterstattung des Magazins für das er arbeitet ist nicht neutral. Es wird durch Industriewerbung finanziert und so verbietet ihm sein Chef, eine Enthüllungsstory zu veröffentlichen, aus der hervor geht, dass die Bevölkerung durch medizinische Mittel im Trinkwasser und Essen ruhig gestellt wird.

Um Cording eine Auszeit zu gönnen, gibt ihm sein Chef den Auftrag, mehrere Wochen nach Tahiti zu reisen. Dort wurde ein alternatives Lebenskonzept entwickelt, dessen Gesellschaftsform sowohl ökologisch als auch ethisch vertretbar sein soll und völlig von dem der restlichen Welt abweicht. Es soll in der Politik darüber entschieden werden, ob für dieses Projekt Gelder der EU zur Verfügung stellt werden oder nicht und dazu sollen Journalisten aus aller Welt nach Tahiti reisen, um über das Öko-Paradies kritisch zu berichten. Begleitet wird Cording von Steve Parker, dem achtzehnjährigen Sohn der Londoner Chefredakteurin.

Da er vor Jahren einmal Omai, dem Präsidenten von Tahiti, geholfen hat, ist dieser auch jetzt sehr zuvorkommend ihm gegenüber. Dazu kommt, dass er als Fremdenführerin und Begleitung dessen hübsche Schwester Maeva zugewiesen bekommt, die ihm alles über die Insel erzählt. So lernt auch der Leser viel über das dortige Gesellschaftssysstem, die technischen Entwicklungen und die naturschützenden Maßnahmen, wie die überall verwendeten und natürlich abbaubaren Materialien. Dabei wurden auch viele radikale Ideen umgesetzt, so gibt es nur noch einen Fernseher im Dorf und keine Privatautos.
Steve verbringt die erste Zeit auf der Insel fast ausschließlich vor dem Laptop und spielt ein Simulations-Spiel, das eine ständige Anwesenheit des Spielers fordert, findet im Verlauf der Handlung jedoch Freunde, löscht das Spiel und lässt sich vom Charme der Insel fangen.

„Tahiti ist nicht London, mein Lieber, diese Insel öffneet die Sinne. Sofern man noch welche besitzt.“

Dieses Idyll auf Tahiti ist den großen Konzernen der globalen Wirtschaft allerdings im Weg. Mit dabei ist der Konzern Global Oil, der eigentlicher Fadenzieher der amerikanischen Regierung ist und entgegen aller Abkommen beginnt heimlich (durch holografisch getarnte Schiffe) die Rohstoffe vor den polynesischen Inseln abzutragen.

Cording und Omai erfahren jedoch über Umwege von dem Eingriff in die polynesischen Hoheitsgewässer. Mittels Radio und Steves Internetkenntnissen informieren sie die Welt über das Tahiti-Projekt und die Gefährdung durch den Konzern Global Oil. Dabei etablieren sie den Präsidenten Omai als Öko-Guru und beginnen einen friedlichen aber entschlossenen Kampf gegen die Weltpolitik und die Konzerne.

 

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Fazit

Obwohl der Roman nur eine Zukunfts-Utopie entwirft, sind viele der Entwicklungen gar nicht so abwegig, wenn man sich die aktuellen Zustände anschaut. Sehr gut ausgearbeitet fand ich auch die fiktiven Erfindungen auf Tahiti, zu denen man in Stichworten hinten im Buch weitere Informationen erhält. Dabei werden viele Ideen aufgegriffen, weiterentwickelt und benutzt, die auch heute schon in Grundzügen bestehen. Über einige der Ideen habe ich tatsächlich auch eine Weile nachgedacht (auch weil ich in dem Geographie-Studium über einige Begriffe, die im Anhang genannt wurden, schon häufiger gestoßen bin ;))

Im Grunde ist es aber ein sehr oberflächlicher Kampf von „Gut gegen Böse“, wobei man als Leser natürlich auch das idyllische Leben auf Tahiti hinterfragen kann, das in vielen Teilen dem einer Sekte gleicht. Die Quinztessenz am Ende des Buches lautet wohl, dass man durch sein Handeln die Umwelt beeinflussen (wenn nicht sogar retten) kann und sich auch gegen das übermächtige System wehren kann, wennn man es nur konsequent genug versucht.

Bei all dieser Harmonie und „Ende gut, alles gut“ – Attitüde ist es nicht verwunderlich, dass im Verlaufe des Romans auch Cording und Maeva sich näher kommen…

Insgesamt ein in Ansätzen gutes Buch, aber insgesamt für meinen Geschmack zu kitschig und ich habe bisher keine große Lust, die anderen Teile auch zu lesen. Wieso es den Science-Fiction Preis gewonnen hat ist mir schleierhaft …

Bemerkungen

Das Buch ist der 1. Teil der Maeva-Triologie. Die Geschichte wird weitergeführt mit:

2. Band: Das Südsee-Virus
3. Band: Feuer am Fluss

 

Bewertung

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