Fitzek, Sebastian: Das Joshua-Profil

https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51Dl-Xqpx0L._SX312_BO1,204,203,200_.jpgProduktinformationen
Titel: Das Joshua-Profil
Autor: Sebastian Fitzek
Gattung: Thriller
Erschienen: Oktober 2015
Verlag: Lübbe
Taschenbuch: 432 Seiten
ISBN: 978-3785725450

 

 

Klappentext

„Der erfolglose Schriftsteller Max ist ein gesetzestreuer Bürger. Anders als sein Bruder Cosmo, der in der Sicherheitsverwahrung einer psychiatrischen Anstalt sitzt, hat Max sich noch niemals im Leben etwas zuschulden kommen lassen. Doch in wenigen Tagen wird er eines der entsetzlichsten Verbrechen begehen, zu denen ein Mensch überhaupt fähig ist. Nur, dass er heute noch nichts davon weiß … im Gegensatz zu denen, die ihn töten wollen, bevor es zu spät ist.“


Inhalt

Hauptfigur in diesem Fitzek-Thriller ist der Autor Max Rhode, der durch den Thriller „Die Bluschule“ berühmt wurde, es bisher aber nicht schaffte, an den Erfolg seines Erstlings anzuknüpfen. Mit seiner Frau Kim und der zehnjährigen Adoptivtochter Jola wohnt er in Berlin und versucht seine Ehe zu retten und gleichzeitig ein guter Vater zu sein.
Die eigentliche Handlung beginnt, als er Jola von der Schule abholt und mit ihr essen gehen möchte, im Auto aber den Anruf eines unbekannten, sterbenden Mannes bekommt. Dieser äußert die Bitte, ihm sofort im Krankenhaus zu besuchen, da er wichtige Informationen für ihn hat.

Davon verwirrt, dass der Mann seinen Namen und den seiner Tocher kennt, fährt er hin, lässt Jola aber sicherheitshalber im Auto warten. Der fremde Mann hat einen missglückten Suizid-Versuch hinter sich, bei dem er sich selbst angezündet hat. Das meiste von dem, was er sagt, versteht Max nicht und wundert sich, dass der Mann so unfassbar viele private Details aus seinem Leben weiß. Doch der eigentliche Grund, für den Wunsch ihn zu sehen, ist die unverständliche Warnung

„Joshua hat sie ausgewählt, sie dürfen sich nicht strafbar machen.“

bevor er stirbt.

Als er zum Auto zurückkommt, ist Jola verschwunden. Sie wird kurz darauf betäubt vor dem Krankenhaus gefunden. Da sie sich an nichts mehr erinnern kann, wird angenommen, dass sie aus Versehen von Max aufbewahrte K.O.-Tropfen (Recherchematerial für Thriller ;)) geschluckt hat.

Zwei Monate später steht Melanie Pfeiffer vom Jugendamt vor der Tür und erklärt ihm, dass Jolas Leibliche Eltern, die ihre Tochter aufgrund von Drogenproblemen  abgeben mussten, rehabilitiert sind und eine Rückführung wünschen. Aus Angst sie zu verlieren, flieht er mit ihr, hat dann jedoch einen Autounfall. Er wird in einer Crackhöhle im Stadtteil Moabit gefunden und in ein Krankenhaus gebraucht, Jola ist nach diesem Unfall verschwunden und der Verdacht fällt auf Max, der sich allerdings an nichts erinnern kann. Über einen Empfänger im Ohr bekommt er jemandem, der sich als Jola’s Entführer ausgibt, die Aufgabe, die Klinik sofort zu verlassen und sich ohne Hilfe der Polizei verstecken soll, bis weitere Befehle folgen.img_8311-2

Wie es der Zufall so wollte, wurde er kurz zuvor von seinem pädophilen und psychopatischen Bruder Cosmo aufgesucht, der seit kurzem für einige Stunden am Tag Ausgang aus der Nervenheilanstalt erhält.

Max steigt bei seiner Flucht in das Auto der jungen Frau Frieda und zwingt sie, ihn zu Cosmo zu fahren, um mit seiner Hilfe Jola zu finden. Sie lassen Frieda danach zwar unbeschadet gehen, doch der Empfänger fällt unbemerkt aus Max‘ Ohr in ihr Auto und Frieda schafft es, mit Jola zu sprechen. Sie versucht die Polizei anzurufen, doch der Anruf wird umgeleitet und stattdessen wird sie selbst Ziel der Verbrecher, die es auf Max abgesehen haben.

„Sie schnellte wieder herum. Sah, wie zwei dunkel gekleidete Männer aus dem Pick-up stiegen. Sie ließ den Hörer fallen und tat das, was ihre Verfolger taten: Sie rannte. Um ihr Leben.“

Unterdessen versuchen Max und Cosmo weiterhin Jola zu finden und treffen irgendwann auf Theodor Braunschweig, welcher versucht zu helfen und Max darüber aufklärt, dass es sich bei Joshua um ein Programm handelt, das Verbrechen aufgrund ausgewerteter Daten vorhersagen kann und den Namen von Max ausgespuckt hat.

„Joshua sagt Ihnen nicht nur, wann und wo etwas vielleicht passiert. Sondern wer es wie auf jeden Fall tun wird! […] Joshua hat Sie auserwählt, und Joshua irrt nicht. „

Jola muss derweil die ganze Zeit über um ihr Überleben kämpfen, da die Verbrecher keineswegs vorhatten, sie am Leben zu lassen…

Schließen möchte ich mit dem passenden Zitat aus dem Kurier am Sonntag:

„[…]Es wäre unfair, zu viel von der Geschichte zu verraten, die an den Nerven zerrt, manchmal vor Spannung nicht zu ertragen ist und voller überraschender Wendungen steckt – besonders dann, wenn man gerade mal wieder aufatmen möchte.“ Frauke Kaberka und Hendrik Werner, Kurier am Sonntag, 08.11.2015

 

Fazit

Das Buch weist sehr viele typische Gestaltungsmerkmale für Fitzek-Bücher auf. So wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt, wie der von Max, Jola, Jolas Mutter oder Cosmo, was wahnsinnig viel Spannung erzeugt. Inhaltlich spricht Fitzek viele aktuelle und heikle Themen an, wie Pädophilie und die „Allwissenheit des Internets“ an und auch das Ende erzeugt mal wieder einen erschreckten ‚Oha-Moment‘.

Vielleicht bin ich zu sadistisch veranlagt, aber es hat mich gestört, wie gut Jola die ganze Zeit wegkommt. Statt, dass sie direkt umgebracht wird (was ein leichtes gewesen wäre), wird der Moment immer weiter aufgeschoben,… Natürlich wäre das auch nicht anders gegangen, um den guten Twist am Ende bewerkstelligen zu können, trotzdem erwarte ich eigentlich von einem guten Thriller, dass keine der Personen „unter Schutz“ vom Autor steht, und er sie rettet, komme was wolle 😉 Manchmal empfinde ich es auch als störend, wenn der Leser immer wieder mit offenen Fragen stehen gelassen wird, obwohl die Aufklärung im Moment des Geschehens nicht aus Zeitgründen weggelassen werden müsste.

Inhaltlich nicht mein liebstes Fitzek-Buch, aber das lustige ist, dass es den realen Autor Max Rhode mit seinem Werk „Die Blutschule“ auf die Schippe nimmt. Und der wirkliche Clou ist, dass es auch diesen Max Rhode, der als Person bei Buchmessen erschienen ist, nur in Fitzeks Phantasie gibt, da es sich dabei nur eim Pseudonym handelt, mit dem er alle in die Irre geführt hat. Allein dafür schon zig Schmetterlinge. 🙂

Bewertung

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