Bayer, Thommie: Singvogel

Produktinformationen
Titel: Singvogel
Autor: Thommie Bayer
Gattung: Roman
Erschienen: September 2006
Verlag: Goldmann Verlag
Taschenbuch: 208 Seiten
ISBN: 978-3492247931

 

 

Klappentext

„Was sucht eine junge Frau bei einem älteren Mann? Vaterersatz? Und was kann sie finden, wenn er sich von ihrem Charme faszinieren lässt? Freundschaft? Eine Affäre? Liebe? Wer jemals den Fehler gemacht hat, die Liebe für ein Spiel zu halten, wird in diesem Roman eines Besseren belehrt. Aus dem Spiel wird Ernst. Liebe ändert alles.“


Inhalt

Das Buch handelt von dem verheirateten Drehbuchautor Christian, der eines Tages eine Fan-Mail von einer jungen Frau namens Jana bekommt. Da bei den meisten Filmen niemand an den Drehbuchautor denkt, fühlt er sich sofort geschmeichelt und antwortet ihr. Daraus entwickelt sich ein E-Mail-Gespräch, bei dem die beiden, voneinander angezogen, schon bald vom anfänglichen Plaudern auf persönliche Probleme und Wünsche zu sprechen kommen, wodurch schnell eine enge und vertrauensvolle Bindung entsteht.

Eine sexuelle Komponente kommt vor allem dadurch ins Spiel, dass Janas Freund Sebastian hinter ihren vertraulichen Mailkontakt zu dem älteren Mann kommt und aus Rache ein Nacktbild und einen Porno an Christian verschickt. Dessen Phantasie wird, obwohl er ein schlechtes Gewissen deswegen hat, sofort angeregt. Doch Sebastian belässt es nicht bei frivolen Mails, sondern verteilt vor seiner Wohnung Müll und droht damit, die ‚Affäre‘ zu einer Jüngeren bei seiner Frau auffliegen zu lassen. Da diese gerade auf Dienstreise ist und somit die Ehe auch nicht akut in Gefahr, entflieht Christian dem Problem kurzerhand und reist Jana heimlich nach Venedig. Diese nimmt dort an einer Uni-Exkursion teil, um den Kopf von Sebastian frei zu bekommen. Christian ist sein Verhalten unerklärlich und peinlich, trotzdem hat er den Wunsch, sie einmal inmitten der Studentengruppe zu sehen. Als er dann jedoch eine Mail von ihr bekommt, in der steht, dass sie glaubt ihn gesehen zu haben und vorschlägt sich zu treffen, reist er sofort ab und leugnet, in Venedig gewesen zu sein.

Bei der Ankunft zuhause entdeckt er, dass Sebastian die Fenster im Erdgeschoss zertrümmert hat. Da er aufgrund der Umstände einige Tage nicht auf die Mail von Jana antwortet, hat sie Angst ihm könnte etwas passiert sein und sitzt nach der Rückreise aus Venedig Abends  vor seiner Tür. Bei diesem realen Treffen haben sie sich aber nicht besonders viel zu sagen. Die ganze Situation ist eher etwas verklemmt, auch als er sie am nächsten Tag nach Hause fährt.

Mit seinem engen Freund Walter besucht er kurz darauf Sebastian, um den Drohungen ein Ende zu machen und fordert das Geld für die zerstörten Scheiben ein. Von Angesicht zu Angesicht ist Sebastian plötzlich gar nicht mehr so mutig und rückt brav das Geld heraus. Es kommt zu einem weiteren Treffen von Jana, Christian und Walter, wobei die drei einen wundervollen und lustigen Abend miteinander verbringen, der den Anschein erweckt, es könnte vielleicht doch mehr werden, als eine reine Mailfreundschaft. Bis Christian direkt nach dem Treffen eine Mail von Jana erhält, in der sie erklärt, warum sie ihn damals wirklich angeschrieben hatte…

 

Fazit

Zunächst einmal halte ich den Klappentext für viel zu übertrieben. Aus Spiel wird Ernst? Das klingt sehr dramatisch dafür, dass sich während der Handlung  eine Art Liebesgeschichte entwickelt, von der die einzige Bedrohung von dem verletzten und großmäuligen Exfreund von Jana ausgeht und Christian Angst hat, dass seine Frau hinter die Sache kommen könnte.
Die Idee wie sich zwei Personen aufgrund des E-Mail-Kontakts ineinander verlieben, wurde bei Glattauer, Daniel: Gut gegen Nordwind wesentlich subtiler und glaubhafter umgesetzt. Dort ging es eben auch um mehr, als lediglich Begierde aufgrund von Nacktbildern und Pornos vermischt mit einem verwirrenden Beschützerinstinkt.

Vermutlich sollen die Mails in dem Roman dadurch authentisch wirken, dass sie oft im Substandard geschrieben werden, das macht die Mails aber eher flach und sprachlich langweilig. Generell ist der Roman nicht besonders spannend. Das Ende ist viel zu vorhersehbar und wirkt gestellt. Vielleicht sind die angesprochenen Themenkomplexe aber auch nur schon zu ausgelutscht, um noch spannend zu sein, …

Insgesamt verpasst man nichts, wenn man das Buch nicht gelesen hat.

Bewertung
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